Erlebnisse im Lande unserer Tochter, in Ecuador anlässlich von Besuchen

Ecuador-Besuch Nr 6 vom 10. - 25. Sept. 2021

 

Den Flug bei IBERIA buchen wir bereits am 21. März mit der Ungewissheit, ob die Corona-Epidemie die Reise zulässt. Der tiefe Flugpreis ermöglicht uns eine Buisness-Buchung für Fr. 1460.00 pro Person von Zürich nach Quito und zurück mit je 1 Umstieg in Madrid.

Beim Besuch unserer Tochter, die nun 10 Jahre in Quito lebt, werden Claudia und ich dieses Mal von unserem Sohn Severin begleitet. Wir haben mit Patrizia zusammen für die kurze Zeit von 2 Wochen ein Programm zusammengestellt. Patrizia arbeitet seit Februar in der Schweizer Botschaft in Quito und hat seither mit ihrer Familie dem Ehemann Juan Carlos (Juanca) und den Buben                      Jonathan (5 jährig) und Daniel (2 jährig) eine Mietwohnung mitten in der Grossstadt in einem Hochhaus.

 

10. Sept. Flug nach Quito

Die Anreise erfolgt ohne nennenswerte Ereignisse: pünktlich und angenehm. Leiderfunktionierte der Bildschirm wegen tech. Störungen nicht. Die Mahlzeiten waren nicht besonders gut, wie es in Flugzeugen nicht anders zu erwarten ist. Um halb acht landen wir in Quito. Die Zeitverschiebung beträgt 7 Stunden zurück (also wäre es in Zürich 02.30 Uhr am Folgetag).

 

11. Sept.:

Nachdem wir ausgeschlafen sind und uns von der langen Reise erholt haben, lernen wir die neue Wohnung unserer Gastgeber Patrizia und Juanca kennen. Dann besuchen wir alle die Altstadt mit dem Plaza Grande, wo das Unabhängigkeitsdenkmal steht. Anschliessend besichtigen wir die Iglesia Compania Jesus und betrachten weitere interessante historische und koloniale Gebäude der Hauptstadt von Ecuador.

 

12. Sept.:

Heute lassen wir uns mit dem Taxi zum Äquator-Dörfchen Mitad del Mundo nördlich von Quito bringen. Wir bummeln durch den Touristen-Ort, mal südlich mal nördlich des Äquators, der hier mitten durch führt. Zum Mittagessen bestelle ich mir endlich mal ein Cui. Das Meerschweinchen ist ein einheimisches Spezialgericht der Anden-Staaten. Es schmeckt etwa wie Kaninchenfleisch, ist aber sehr knochig und aufwendig zu essen. Es wird als Ganzes gebraten oder gegrillt und mit feiner Erdnusssauce serviert.

 

13. - 15. Sept.:

Da uns das Thermalbad Papallacta das letzte mal so gut gefallen hat, ist der Aufenthalt im 3300 m ü M gelegene Wellnessort auch jetzt wieder auf dem Programm. Neben den wohltuenden Aufenthalten im sehr warmen Pool neben unserem Bungalow, besuchen wir auch den Massage Ort und geniessen eine Wellnesskur. Eine 2-stündige Bergwanderung entlang des Rio Papallacta gibt uns Einblick in die hiesige Landwirtschaft mit Alpakas- und Rinderweiden. Wir bewundern die herrliche Bergflora und sehen selten ein Kolibri. Das Rauschen des Baches begleitet uns auf der ganzen Tour.

 

16. Sept.:

Besuch der Stadt Cuenca. Am Vormittag des 16. Sept. bringen uns 2 Taxis (7 Personen auf den Flughafen Mariscal Sucre von da uns die LATAM Fluggesellschaft in 50 Min. nach Cuenca fliegt. In der drittgrössten Stadt von Ecuador beziehen wir unsere reservierten Zimmer im Hotel Macondo. Anschliessend besichtigen wir dias Stadtzentrum mit dem schönen und auffallenden Dom der "neuen Kathedrale".  Am späteren Nachmittag besteigen wir den openair Touristenbus zur Stadtbesichtigung und einem Ausflug auf den Aussichtspunkt "Turi", von wo aus ein herrlicher Blick über die ganze Stadt genossen werden kann.

Am 17. Sept. besichtigen wir die Inca Ruine "Inga Pirca". Diese befindet sich im Herzen Ecuadors in einer Höhe von 3.200 Metern rund 80 Kilometer nördlich von Cuenca. Den Archäologen zufolge war Ingapirca zunächst eine sehr wichtige Kultstätte für dieses Volk, über das heute nur noch sehr wenig bekannt ist. Die heutigen Ruinen sprechen auch kaum noch von diesem Volk, von Bedeutung ist allerdings ein großer Felsbrocken aus Vulkangestein. Dessen Bedeutung lässt sich erst im Licht der untergehenden Sonne erkennen, denn dann treffen die Sonnenstrahlen fast schon waagerecht auf den Stein. Dieser als Huanca Cañar bekannte Stein soll offenbar ein Grabmal eines bedeutenden Führers dieses Volkes bezeichnen.

18. Sept.:

Vor der Weiterreise besuchen wir das Panamahut Museum in der Stadt. Der Panama-Hut (in spanischsprachigen Ländern auch Jipijapa) ist ein handgeflochtener Strohhut , dessen Fertigung im 17. Jahrhundert in Cuenca, Ecuador begann und sich dann allmählich verbreitete.

Die Hüte werden aus dem einheimischen Stroh der Toquilla Palme hergestellt, die erst nach 2,5 Jahren geerntet werden darf. Es werden nur die besten Herzen einer Palme für die Hüte verwendet. Allerdings sind nur die jungen Triebe geeignet. Die Palmfaser wird aus der Ader gewonnen, die in dem Trieb der Toquilla Palme heran wächst. Solche Kopfbedeckungen haben, wie man erzählt, die aus Süden kommenden Arbeiter beim Bau des Panama-Kanals getragen, weshalb er nun Panamahut genannt wird.

 

Nach dem Samstagmittag des 18. Sept. bringt uns ein privater Bus von Cuenca nach Guayaquil. Die Reise führt durch den weltbekannten Cajas-Nationalpark.  Die Naturlandschaft hier ist eine Augenweide. Die Vielzahl von Lagunen, Seen, Sümpfen, Hügeln und die tiefen schachtelförmigen Täler, prägen die interessant, feuchte und artenreiche Steppenlandschaft. Ein Paradies der Natur!  Wir überqueren das Andengebirge über den 4120 m hohen Pass Tres Cruces. Nach 3 stündiger ruppiger Fahrt auf der kurvenreichen Strasse erreichen wir, nach dem Durchbrechen einer hartneckigen, dichten Nebelschicht, die Küstenregion.

Im Tiefland (Costa) angekommen, säumen Kulturfelder (Bananen, Zuckerrohr, Reis, Kakao, usw.) die breit angelegte Strasse. Nach insgesamt 4 Stunden anstrengender Fahrt erreichen wir schliesslich die Grossstadt Guayaquil, dort wo der Fluss Guayas in den Passifischen Ozean mündet. Die auf Meeresebene liegende Hafenstadt ist mit 2 698 000 Einwohner die grösste Stadt in Ecuador und Wirtschaftszentrum dieses Andenstaates. Das Klima ist tropisch, die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt bei 24.1 °C und die Niederschlagsmenge im Jahr beträgt ca. 2320 mm.

Wir beziehen im modernen WYNDHAM Hotel unsere Zimmer für die nächste Nacht. Die Familie unserer Tochter zieht mit dem Taxi weiter zu Juan Carlos Eltern und Geschwistern in ihr Haus ausserhalb der Grossstadt. Unser Sohn Severin, meine Frau Claudia und ich gönnen uns eine wohltuende Dusche und erkunden anschliessend den Malacon 2000, eine schöne Promenade mit Lunapark und Touristenatraktionen. Wir geniessen den Abend mit Nachtessen im Restaurant und Sangria in der Bar.

La Perla nennt sich das 57 m hohe Riesenrad am Malecon 2000. Es wurde 2015 erbaut und erfreut Touristen wie auch Stadtbewohner, vor allem am Abend, mit farbwechselnder Beleuchtung. Die Gondeln sind klimatisiert. Eine Drehung dauert 15 Min. und kostet 5 Dollar. Die herrliche Aussicht über die Stadt und den Rio Guayas ist fantastisch.

Die Seilbahn Aerovia wurde Im Jahr 2020 erstellt und verbindet Duran mit Guayaquil über den Rio Guayas. Sie hat eine Länge von 4.1 km.

Die Anlage wurde vom französischen Seilbahnhersteller Poma konzipiert.


Den Sonntagnachmittag dürfen wir bei der Familie von Juan Carlo's Eltern in einem Aussenbezirk von Guayaquil verbringen. Am späteren Abend bringt uns der Taxi zum Bus-Bahnhof für die Rückreise.

Mit einem komfortablen Reisebus der Firma Trans Esmeraldas geht es in der Nacht zum Montag, den 20. September zurück nach Quito.

Die Fahrt dauert gut 7 Stunden. Wieder in Patrizias Wohnung ruhen wir uns dann am Montag aus.


21. Sept:

Heute Dienstag steht etwas besonderes auf dem Programm. Patrizias frühere Arbeitskollegin Martha und ein Arbeitskollege holen uns um 08.00 Uhr vor dem Wohnblock ab.  Wir reisen alle zusammen in die Region Cayambe. Das ist das Land der Rosenplantagen. Martha erklärt, dass es wegen der Corona-Pandemie nicht möglich sei, eine grosse, für Touristen vorbereitete Rosenanlage zu besuchen. Sie hat für uns aber einen Familie gefunden, die gerne bereit ist, ihren Betrieb mit Rosenproduktion vorzustellen. Schon auf der Hinfahrt mit dem Klein-Bus der Reisefirma Campus Trecking, entdecken wir viele Folien-Tunnels, in denen Rosen produziert werden. Die Gewächshäuser schützen die Pflanzen vor den tiefen Nachttemperaturen.

Die Betriebsleiterin des Familienbetriebes "Farin Roses" stellt uns die Rosenzucht und Produktion vor. Unsere Reiseleiterin Martha übersetzt von spanisch ins deutsch. Ecuador ist eines der grössten Exportländer von Rosen. Cayambe liegt fast exakt auf dem Äquator. Zwölf Stunden pro Tag herrscht hier Tageslicht über das gesamte Jahr, und das mit hoher Intensität. Die einzigartigen Lichtverhältnisse, die gemässigten Temperaturen und die fruchtbaren Böden (Lava-Erde ist reich an Mineralien) haben die Region zum Hauptort der Rosen gemacht. Ecuadorianische Rosen sind qualitativ die besten der Welt: lang, grosse Köpfe, farbenfroh und lang haltbar. Hier werden auf einer Fläche von 5 ha monatlich 350'000 Rosen geerntet. Neben dem Inland-Verbrauch werden ein grosser Teil in die USA und nach Russland exportiert. Die Rosen werden täglich am Morgen von 05.00 bis ca. 07.00 Uhr geschnitten. anschliessend wird im Verarbeitungsraum sortiert und verpackt. 

 Täglich verlassen um die 15'000 Qualitätsrosen den Betrieb und werden zu einem Grossteil via Passagier- und Frachtflugzeug in die erwähnten Länder geliefert.

Die Besichtigung der Rosenplantage war sehr eindrucksvoll, interessant und informativ.

 

 

Jeder von uns erhält vom Haus "Farin Roses" einen Straus mit 8 bunten Rosen geschenkt. Das macht den Eintrittpreis von gesamthaft 60 Dollar bei weitem wett. Herzlichen Dank!


23. Sept.

Es ist Donnerstag und der letzte Tag in Ecuador, an dem wir noch etwas Grosses unternehmen können. Das haben wir auch vor. Wir: Severin, Juan Carlos und ich werden  von unserer Reiseleiterin Martha um 07.30 Uhr vor dem Haus Metropoli abgeholt. Der Chauffeur lenkt den Bus Richtung Süden. Nach etwa einer Stunde Fahrt auf der Autostrasse Panamericana, kurz nach Machachi biegen wir links ab Richtung Osten.  Bei bedecktem Himmel fahren wir durch das Anden-Hochland. Die Strasse wurde in den letzten Jahren gut ausgebaut. Bis zum Eingang in den Cotopaxi-Nationalpark ist sie breit und neu asphaltiert. Wir treffen nach etwa 20 Min. seit verlassen der Hauptstrasse beim Kontrollposten ein. Hier hat es ein Restaurant, Toiletten, Kiosk und ein Büro, wo wir registriert werden (Pass vorweisen, Herkunft, Ziel und Dauer des Aufenthaltes bekannt geben). Gleich geht es weiter Richtung Vulkan Cotopaxi. Die Strasse wird natürlicher und nach und nach schmaler. Es geht vorbei an der Verzweigung Laguna Limpiopungo, entlang von weidenden Lama, Alpakas und auch recht vielen Pferden. Die Strasse wird immer steiler, holpriger und unbequemer. Zuletzt ist der Weg stark mit Löcher und Rinnen durchsetzt und fast nur noch mit Allrad befahrbar. Um 10.00 Uhr erreichen wir den Parkplatz am Hang des Vulkans auf 4500m.

Das Wetter ist neblig, der Cotopaxi wolkenverhangen und ein starker und kalter Wind fegt uns beinahe weg, als wir aus dem Auto steigen. Schnell schlüpfen wir in Pullover und Jacke, ziehen die Mütze über und stecken die Hände in Handschuhe. Dann geht es los ins Höhen-Abenteuer. Ich habe die Wanderstöcke dabei und bin sehr froh um sie. Wir wählen statt den zick-zack- Weg die steilere aber kürzere Variante in der Hoffnung, dass wir weniger stark dem eisigen Wind ausgesetzt sind. Die Luftböen verblasen manchmal die Wolken, so dass Berg und Tal sichtbar werden. Der steile Weg auf rutschigem, sandähnlichem Lavagestein macht das Vorwärtskommen mühsam. Dazu kommt die dünne Luft, die mit jedem Höhenmeter noch dünner wird. Severin und ich sind zufrieden, dass wir schon bald 14 Tage in Ecuador sind und uns an die hiesige  Luft anklimatisiert haben. Die anderen Beiden leben seit Jahren hier in dieser Höhe und atmen leichter, sie haben jetzt natürlich auch einen beachtlichen Vorsprung. Viele Touristen kämpfen bei dieser Wanderung mit der Höhenkrankheit. Langsam geht es für uns Schweizer jetzt Schritt um Schritt aufwärts, mit einigen Verschnaufpausen haben wir die 350 Höhenmeter in 1 Stunde bewältigt!  Wir befinden uns jetzt auf 4864 Meter ü.M.

In der, im Jahr 2015 renovierten Refugio José Ribas gönnen wir uns eine Pause, mit einem heissen Coca-Tee, um uns aufzuwärmen und wieder zu ruhigem Atem zu kommen. Anschliessend steigen wir alle vier noch etwas höher Richtung Gletscherkante. Etwas oberhalb der 5000 m Grenze sind wir dann doch so erschöpft, und sehen die Schneegrenze noch zu weit weg, dass wir wieder umkehren. Wir wandern, bzw. wir rutschen beinahe in 20 Minuten die Lavaerde hinunter zum Autoparkplatz.

Am Fusse des Cotopaxi unternehmen wir noch eine Wanderung um die Laguna Limpiopungo, durch das Naturreservat mit einer interessanten Vegetation. Wir hoffen natürlich auf eine Auflösung der Nebelwolken um den ganzen Vulkan Cotopaxi fotografieren zu können. Leider wurde uns dieser Wunsch nicht erfüllt. Nach dem fast eineinhalb stündigen , ebenen Marsch fahren wir talwärts, verlassen den Cotopaxi-Nationalpark und kehren noch zu einem späten Mittagessen ein (nur noch a la Carte möglich). Nachher geht es zurück nach Quito, wo wir um etwa 18.30 Uhr ankommen. Es war ein strenger, abenteuerlicher und eindrucksvoller Tag. Danke der Reiseleiterin Martha.

24. Sept.:

Den letzten Tag unserer Ferien in Ecuador nutzen wir noch zum Einkaufen von Geschenken und Souvenirs im Hanwerkerkarkt Mercado Artesanal La Mariscal im Zentrum von Quito. Dann packen wir unsere Koffern. Um 17.00 Uhr verabschieden wir uns von der Familie unserer Tochter und lassen und vom Taxi in einstündiger Fahrt zum Flughafen Aeropuerto Internacional Mariscal Sucre bringen. Die Iberia bringt uns über Madrid wohlbehalten am 25. Sept. nach Zürich zurück.


Unser 5. Ecuador - Aufenthalt vom 15. Mai bis 9. Juni 2019

 

15. Mai Flug

Mit der KLM fliegen wir nach Ecuador in Südamerika. Der Flug KL 1952 bringt uns von Zürich nach Amsterdam  (07.00 bis 08.40 Uhr). Um 10.00 startet Flug Nr KL 0751 ab Amsterdam. 11 Std. und 40 Min. später landen wir pünktlich um 14.40 Uhr Ortszeit in der Hauptstadt Quito.

Claudia und ich sind während dieser Zeit Gast bei der Familie unserer Tochter in ihrer Wohnung in Conocoto, einem Vorort im Süden von Quito.

Patrizia und Juan Carlos (Juanca) mit Jonathan und seit 27. April mit dem zweiten Sohn Daniel, leben seit Frühling dieses Jahres in der Überbauung Punto el Andaluz.

18. Mai: Besuch von Molinuco

ein wunderschöner Flecken Ecuadors, ganz in der Nähe von Quito. Molinuco beherbergt ein paar tolle Wasserläufe, sowie Wanderwege mit Schaukelgelegenheit.
Bei schönem Wetter kann man Wanderungen mit Blick auf 7 Vulkane geniessen. Leider sind heute die Berge in den Wolken verhüllt. Statdessen geniessen Juanca und ich das Naturparadies mit mehreren Wasserfällen des Rio Pito.

20. - 22. Mai Aklimatisierung auf 3'500 M.ü.M. im Thermas Papallacta

Den Kurzaufenthalt mit 2 Übernachtungen im Thermalbad Papallacta hatten wir bereits zu Hause für Fr. 395.00 über "Booking.com"  gebucht. Am Montag den 20. Mai fährt uns der Taxi in 1,5 Std. für 40 Dollar an den Badeort. Wir sind überwältigt über die schöne, ruhig gelegene Anlage, dem sympathischen, rustikalen Restaurant und der grosszügigen Unterkunf in einem 2er Bungalow. Schon die Anreise über den 4046 m hohen Papallacta-Pass ist trotz regnerischem Wetter eindrücklich.   Das Bad selbst macht einen sehr sauberen und ordentlichen Eindruck. Es hat mehrere Pools mit unterschiedlich heissem (30 - 45 Grad), ganz klarem und geruchslosem, vulkanischem Thermalwasser. Ein Becken war wirklich sehr heiss und man hält es nur kurz aus und lässt sich im kühlen, vom Bach gespiessenen Oberflächenwasser wieder abkühlen. Das Thermalwasser ist reich an Salzen und Mineralien, aufgrund seiner gesunden Eigenschaften ist das Baden in diesen Pools unter freiem Himmel sehr empfehlenswert. Wir besuchen auch das angegliederte SPA und geniessen eine wohltuende Massage. Es gibt hier auch Wandermöglichkeiten in die ländliche Umgebung die geprägt ist von Weideland mit Lamas und Pferden, Gemüsegärten und Wäldern mit exotischen Pflanzen, Kolibris und anderen Vögeln und Schmetterlingen. Immer in unmittelbarer Nähe vom rauschenden Rio Papallacta. Die Mahlzeiten im hübschen, grosszügigen Restaurant sind vielseitig, einheimisch oder auch international und schmecken alle sehr fein. Der Aufenthalt in Termas Papallacta ist genüsslich, erholend und beruhigend und dient gleichzeitig zur Anklimatisierung  für Wanderungen in höheren Lagen.

23. Mai Besteigung des Ilalo

Der Taxifahrer Ruben bringt uns um 08.00 Uhr ins Tal (Valle de los Chillos)  ins beschauliche Dörfchen El Tingo, wo es auch Thermalquellen gibt. Dort geht es über eine steile Steinstraße zu einer Kappelle, wo man das Auto stehen lassen kann. Der Taxi lässt uns aussteigen, wir schnallen uns die Wanderschuhe fest. Bei 2450 m.ü.M. geht's los, den steinigen Weg, der immer schmaler und erdenreicher wird, aufwärts. Zum Teil ist der Pfad durch Regenwasser stark ausgewaschen und Gräben machen die Benutzung der Wanderstöcke schwierig. Zügig steigen wir den Hang hinauauf. Regelmässige Pausen sind nötig um in der dünnen Luft zu verschnaufen. Kreuze zieren den Weg und geben an, dass wir die Richtung korrekt einhalten. nach 1,25 Std. erreichen wir den Vorgipfel des Ilalo (3.090m, mit Gipfelkreuz). Nach kurzer Rast und Fotopause wandern wir weiter durch einen schmalen Pfad  etwas abwärts, dann wieder aufwärts weiter zum Hauptgipfel des Ilalo (3.194m). Wegen starker Bewölkung bleibt uns die Sicht in die Welt der hohen Vulkane verwehrt, jedoch können wir den Blick auf die Grossstadt Quito, die ringsherum zu Fusse des Ilalo liegt, geniessen. Aber auch das Gelände mit fantastischer Natur, Weiden und Äcker präsentiert sich fantastisch. Über Umwegen und durch enge Naturpfade steigen wir dann wieder zurück nach el Tingo . Zum Mittagessen sind wir wieder zu Hause in Conocoto.

26. Mai: am Chimborazo

Mein Traum war schon beim Vorbereiten des diesjährigben Besuches des Andenstaates Ecuador, die 5000 m Höhe über Meer zu erreichen. Der Zeitpunkt heute ist da. Juanca und ich sind um halb fünf Uhr aufgestanden. Beim verlassen des Hauses müssen wir feststellen, dass es regnet, schade aber wir fahren ja über 200 km in südlicher Richtung, da kann ja das Wetter schon noch anders werden. Etwas nach 5.00 Uhr fährt der Taxi mit Ruben als Chauffeur vor, und ab geht es Richtung Süden. Bis kurz vor Riobamba regnet es aber hier wird das Wetter trockener. In Riobamba besuchen wir ein Restaurant und frühstücken um dann Kraft für den strengen Tag zu haben. Dann geht die Fahrt weiter, die Strasse wird immer kleiner und es geht gemähchlich den Berg hinauf. Die Natur wird karger, Alpakas weiden da und dort, nach etwa 1 Stunde erreichen wir eine Einfahrt links von der Strasse, das ist das Touristenzentrum, wo wir registriert werden. es bleibt uns noch etwas Zeit um am Kiosk etwas zu kaufen: ich brauche noch Handschuhe und eine Kopfbedeckung, da es doch recht kalt ist. Nach Erledigung der Formalitäten geht es weiter, wir sind fast allein unterwegs, Nebelschwaden umgeben uns. Vom Chimborazzo selbst ist nichts zu sehen, er ist in Wolken gehüllt. Vikunias weiden auf dern mageren Matten. Diese Tiere sind von der gleichen Gattung wie Lamas und Alpakas. Sie sind hier aus Chile, Bolivien und Peru kommend angesiedelt worden, weil durch ihr abfressen der Vegeation die schwache Grasnarbe geschont wird. Alpakas nagen das Gras zu tief, was die Wurzeln beschädigt so dass die Pflanzen nicht mehr nachwachsen.  Nach 30 Minuten erreichen wir einen Platz, wo schon einige Autos, Kleinbusse und 2 Cars parkiert sind. Weiter geht die Strasse nicht. Es ist halb zehn Uhr und wir befinden uns bei der Refugio Hermanos Carrel auf 4800 m ü.M.

Mein Schwiegersohn Juanca, der Taxifahrer Ruben und ich ziehen uns warm an und marschieren bei 3 Grad auf dem schönen Wanderweg Richtung Whymper Berghütte. Der Aufstieg geht sehr gut, die dünne Luft verlangt einen ruhigen und gleichmässigen Schritt aber in 30 Minuten sind wir oben beim Refugio Edward Whymper auf 5000 m ü .M.  Wir hoffen auf eine Lockerung der Wolkenschicht, aber es tut sich nichts dergleichen. Nach einer kurzen Pause steigen wir 100 Höhenmeter weiter zur Laguna Condor Cocha. auf dieser Höhe beginnt auch die Schneedecke. Es lockt uns noch etwas höher zu steigen und so wagen wir es nochmals ein Paar Höhenmeter aufwärts. Der Nebel wird dichter und es hat immer mehr Schnee. Der Atem wird auch immer heftiger, so dass wir, nachdem wir wiederum etwa 50 Meter gestiegen sind, den Abstieg antreten. Vor dem Erreichen der Whymperhütte betrachten wir noch die Gedenksteine vieler, beim Versuch den Gipfel zu besteigen verunfallten, Bergsteigern. Darunter sind auch solche von Schweizern. Das kleine Bergrestaurant ist mit Touristen gefüllt, so dass wir unsere Sandwiches draussen verzehren. Wir beobachten die Vikunjas und warten vergebens auf Sonnenschein und Bergsicht. Um halb zwei Uhr startet Ruben das Taxi um wieder nach Quito zurück zufahren.

1. Juni: Familienausflug in den Nebelwald von Mindo: El Pahuma und Mindo

Diese Orte liegen ca. 95 km nordwestlich von Quito. Das Waldschutzgebiet Mindo-Nambillo ist ein Wolken- und Nebelwaldgebiet auf Höhe der Äquatorlinie. Er ist etwa 19'200 ha gross und liegt auf 1'400 bis 4'780 m Höhe.

Unser Ausflug hierhin ist einmal Mehr mit Regenfällen begleitet. Bei El Pahuma fährt unser Taxifahrer auf einen Parkplatz mit einer Raststätte und empfiehlt uns einen einstündigen Trail am bewaldeten Hang neben der Strasse Quito-Mindo.  Wir steigen einen recht steilen Weg hinauf, überqueren mehrmals einen Bach sehen kleine Wasserfälle und bewundern eine vielseitige Flora und Vögel, besonders auch Kolibris.

 

Nach diesem Zwischenhalt fahren wir weiter und erreichen nach einer dreiviertel Stunde den Ort Mindo. Bei schönem Wetter könnte man viele Aktivitäten unternehmen: Exkursionen auf Naturpfaden, Schlauchboot fahren, Mit Seilbahn über Canyons gleiten, Seilrutschen, Besichtigung der Verarbeitung von Cacao-Bohnen zu Schokolade und vieles mehr. Wir entscheiden uns mal für den Besuch einer Schmetterlingsfarm und werden nach dem Mittagessen weiter sehen.  Wow, so viele grosse bunte Schmetterlinge. Überall flattern sie um uns herum. Wir müssen sogar auf den Boden achten, damit wir keine platt treten. Es stehen einige Schalen mit Bananenbrei da. Das Schmetterlingshaus veranschaulicht den Fortpflanzungsprozess, von den Eiern zu den Raupen über die Puppen zum prachtvollen Schmetterling.

Während dem Mittagessen beginnt es heftig zu Regnen, so dass wir beschliessen wieder zurück nach Quito zu fahren.

4. - 6. Juni: Ausflug in den Oriente/Dschungel, nach Misahualli

Ein Kollege von Patrizia, ein Schweizer, der jetzt in Conocoto wohnt und Familie hat, arbeitete früher auf einem Bauernhof in der Nähe von Tena, in Misahualli. Wir können mit ihm 3 Tage zu seinen früheren Bekannten und Arbeitskollegen fahren. Mit dem Bus reisen wir, Urs mit seinem 7-jährigen Sohn Ephraim, Claudia und ich  am Dienstag den 3. Juni nach Misahualli, wo wir um 14.30 Uhr ankommen. Nachdem wir in Quito etwa eine Stunde auf den Linienbus nach Tena warten, geht es dann problemlos über den Pass Papallacta via Baeza nach Tena. Die Fahrt dauert 4,5 Stunden. Um 12.30 Uhr sind wir im Busterminal. Nachdem wir unsere Blasen  geleert haben und es uns wieder wohler ist, lassen wir uns im Terminal-Restaurand reichlich verpflegen. Dann kaufen wir uns als erstes ein Paar Stiefel, die wir laut Urs auf der Finca (Bauernhof) sicher brauchen werden.  Anschliessend besteigen wir den Bus nach Misahualli. Nach etwa 40 Minuten Fahrt treffen wir auf dem hübschen Hauptplatz des kleinen Ortes am Rio Napo ein. Ein Hotelier steht schon bereit, als hätten wir uns angemeldet. Er führt uns in sein Hostal "Clarke's Misahualli", wo wir für $ 90.00 2 Zimmer für 2 Nächte buchen. Am späteren Nachmittag lassen wir uns mit einem Taxi auf den Bauernhof bringen, wo Urs früher gearbeitet hat. Wir besichtigen die Baumanlage mit Bananen, Orangen und Mango-Früchten und die Sträucher mit Cacao-Nüssen und solche mit Araza. Sieht alles etwas ungepflegt aus aber mangels Arbeiter kann es nicht besser sein. Alles ist Bio, leider sind viele Früchte mit Pilzen befallen und oder sonstwie krank. Nur ein kleiner Teil kann gesund geerntet, verkauft und verwertet werden. Am Abend wird uns ein feines, einheimisches Nachtessen und Orangen-Jus von den Früchten, die wir vorher im Baumgarten gesammelt haben, serviert.

Araza

Die tropische Frucht Araza, wurde von Indios im westlichen Amazonas domestiziert (Peru, Ecuador, Kolumbien, Brasilien) und wird dort sowie auch seit den 80ers Jahren in Zentralamerika in kleinbäuerlichem Massstab angebaut. Der Anbau geschieht mit anderen Frucht- oder Nutzbäumen. Diese Anbauform ist nachhaltig. Das saftige gelbe Fruchtfleisch ist sauer und deshalb besonders geeignet für erfrischende Getränke. Araza eignet sich dank der stabilisierenden Wirkung der fruchteigenen Pektine besonders zur Herstellung von exotischen Milchprodukten. Araza hat ein einzigartiges Aroma, welches zwischen Ananas und Mango liegt. Eignet sich auch sehr gut füt Marmelade.


Am zweiten Tag werden wir von der Bauernfamilie schon zum Frühstück eingeladen. Anschliessend führt uns der Bauer durch sein Land und seinen Wald. Das Ziel ist ein riesiger Baum, ein Kapok. Um diesen zu finden geht es durch Bach, Sumpf und Gestrüpp, vorbei an verschiedensten Gewächsen, Blumen, Ameisen-Kolonnen, Mücken und Vögel. Um uns zu stützen brauchen wir einen Stock, da es gefährlich ist, Holz anzufassen. Die überall vorhandenen Ameisen können giftigen Saft abgeben, der die Haut entzünden lässt. Der Bauer und Urs haben eine Machette um den Weg frei zu schneiden. Diese Exkursion ist deshalb so spannend, weil wir mitten im Urwald sind, wo sonst kein Tourist hinkommt und wo uns die Natur bei jedem Schritt in Erstaunen bringt. Wirklich sehr eindrücklich.

Am späteren Nachmittag geht es nach einem guten Mittagessen auf der Finca wieder zurück ins Dorf. Wir spazieren durch die Ortschaft, die  "Tor zum Amazonas" genannt wird. Wir beobachten die frechen Affen auf dem Dorfplatz und bereiten uns für die Rückreise von morgen vor. Wir wählen eine andere Strecke als bei der Herfahrt: nämlich über Puyo, Banos, Ambato nach Quito.

8. - 9. Juni Heimflug mit Joon (Air France)

 

Am Abend des 8. Juni verabschieden wir uns vom diesjährigen Besuch der Familie unserer Tochter in Quito. Der Rückflug von Quito nach Paris und dann nach Zürich ist ruhig und verläuft ohne Zwischenfälle. Meistens ist es Nacht und die Pasagiere schlafen.

So findet man uns

 

    Sonnhof 81

   5637 Geltwil

 

    056 664 36 19

    076 564 52 57