Erlebnisse im Lande unserer Tochter, in Ecuador anlässlich von Besuchen

Unser fünfter Ecuador - Aufenthalt vom 15. Mai bis 9. Juni 2019

 

15. Mai Flug

Mit der KLM fliegen wir nach Ecuador in Südamerika. Der Flug KL 1952 bringt uns von Zürich nach Amsterdam  (07.00 bis 08.40 Uhr). Um 10.00 startet Flug Nr KL 0751 ab Amsterdam. 11 Std. und 40 Min. später landen wir pünktlich um 14.40 Uhr Ortszeit in der Hauptstadt Quito.

Claudia und ich sind während dieser Zeit Gast bei der Familie unserer Tochter in ihrer Wohnung in Conocoto, einem Vorort im Süden von Quito.

Patrizia und Juan Carlos (Juanca) mit Jonathan und seit 27. April mit dem zweiten Sohn Daniel, leben seit Frühling dieses Jahres in der Überbauung Punto el Andaluz.

18. Mai: Besuch von Molinuco

ein wunderschöner Flecken Ecuadors, ganz in der Nähe von Quito. Molinuco beherbergt ein paar tolle Wasserläufe, sowie Wanderwege mit Schaukelgelegenheit.
Bei schönem Wetter kann man Wanderungen mit Blick auf 7 Vulkane geniessen. Leider sind heute die Berge in den Wolken verhüllt. Statdessen geniessen Juanca und ich das Naturparadies mit mehreren Wasserfällen des Rio Pito.

20. - 22. Mai Aklimatisierung auf 3'500 M.ü.M. im Thermas Papallacta

Den Kurzaufenthalt mit 2 Übernachtungen im Thermalbad Papallacta hatten wir bereits zu Hause für Fr. 395.00 über "Booking.com"  gebucht. Am Montag den 20. Mai fährt uns der Taxi in 1,5 Std. für 40 Dollar an den Badeort. Wir sind überwältigt über die schöne, ruhig gelegene Anlage, dem sympathischen, rustikalen Restaurant und der grosszügigen Unterkunf in einem 2er Bungalow. Schon die Anreise über den 4046 m hohen Papallacta-Pass ist trotz regnerischem Wetter eindrücklich.   Das Bad selbst macht einen sehr sauberen und ordentlichen Eindruck. Es hat mehrere Pools mit unterschiedlich heissem (30 - 45 Grad), ganz klarem und geruchslosem, vulkanischem Thermalwasser. Ein Becken war wirklich sehr heiss und man hält es nur kurz aus und lässt sich im kühlen, vom Bach gespiessenen Oberflächenwasser wieder abkühlen. Das Thermalwasser ist reich an Salzen und Mineralien, aufgrund seiner gesunden Eigenschaften ist das Baden in diesen Pools unter freiem Himmel sehr empfehlenswert. Wir besuchen auch das angegliederte SPA und geniessen eine wohltuende Massage. Es gibt hier auch Wandermöglichkeiten in die ländliche Umgebung die geprägt ist von Weideland mit Lamas und Pferden, Gemüsegärten und Wäldern mit exotischen Pflanzen, Kolibris und anderen Vögeln und Schmetterlingen. Immer in unmittelbarer Nähe vom rauschenden Rio Papallacta. Die Mahlzeiten im hübschen, grosszügigen Restaurant sind vielseitig, einheimisch oder auch international und schmecken alle sehr fein. Der Aufenthalt in Termas Papallacta ist genüsslich, erholend und beruhigend und dient gleichzeitig zur Anklimatisierung  für Wanderungen in höheren Lagen.

23. Mai Besteigung des Ilalo

Der Taxifahrer Ruben bringt uns um 08.00 Uhr ins Tal (Valle de los Chillos)  ins beschauliche Dörfchen El Tingo, wo es auch Thermalquellen gibt. Dort geht es über eine steile Steinstraße zu einer Kappelle, wo man das Auto stehen lassen kann. Der Taxi lässt uns aussteigen, wir schnallen uns die Wanderschuhe fest. Bei 2450 m.ü.M. geht's los, den steinigen Weg, der immer schmaler und erdenreicher wird, aufwärts. Zum Teil ist der Pfad durch Regenwasser stark ausgewaschen und Gräben machen die Benutzung der Wanderstöcke schwierig. Zügig steigen wir den Hang hinauauf. Regelmässige Pausen sind nötig um in der dünnen Luft zu verschnaufen. Kreuze zieren den Weg und geben an, dass wir die Richtung korrekt einhalten. nach 1,25 Std. erreichen wir den Vorgipfel des Ilalo (3.090m, mit Gipfelkreuz). Nach kurzer Rast und Fotopause wandern wir weiter durch einen schmalen Pfad  etwas abwärts, dann wieder aufwärts weiter zum Hauptgipfel des Ilalo (3.194m). Wegen starker Bewölkung bleibt uns die Sicht in die Welt der hohen Vulkane verwehrt, jedoch können wir den Blick auf die Grossstadt Quito, die ringsherum zu Fusse des Ilalo liegt, geniessen. Aber auch das Gelände mit fantastischer Natur, Weiden und Äcker präsentiert sich fantastisch. Über Umwegen und durch enge Naturpfade steigen wir dann wieder zurück nach el Tingo . Zum Mittagessen sind wir wieder zu Hause in Conocoto.

26. Mai: am Chimborazo

Mein Traum war schon beim Vorbereiten des diesjährigben Besuches des Andenstaates Ecuador, die 5000 m Höhe über Meer zu erreichen. Der Zeitpunkt heute ist da. Juanca und ich sind um halb fünf Uhr aufgestanden. Beim verlassen des Hauses müssen wir feststellen, dass es regnet, schade aber wir fahren ja über 200 km in südlicher Richtung, da kann ja das Wetter schon noch anders werden. Etwas nach 5.00 Uhr fährt der Taxi mit Ruben als Chauffeur vor, und ab geht es Richtung Süden. Bis kurz vor Riobamba regnet es aber hier wird das Wetter trockener. In Riobamba besuchen wir ein Restaurant und frühstücken um dann Kraft für den strengen Tag zu haben. Dann geht die Fahrt weiter, die Strasse wird immer kleiner und es geht gemähchlich den Berg hinauf. Die Natur wird karger, Alpakas weiden da und dort, nach etwa 1 Stunde erreichen wir eine Einfahrt links von der Strasse, das ist das Touristenzentrum, wo wir registriert werden. es bleibt uns noch etwas Zeit um am Kiosk etwas zu kaufen: ich brauche noch Handschuhe und eine Kopfbedeckung, da es doch recht kalt ist. Nach Erledigung der Formalitäten geht es weiter, wir sind fast allein unterwegs, Nebelschwaden umgeben uns. Vom Chimborazzo selbst ist nichts zu sehen, er ist in Wolken gehüllt. Vikunias weiden auf dern mageren Matten. Diese Tiere sind von der gleichen Gattung wie Lamas und Alpakas. Sie sind hier aus Chile, Bolivien und Peru kommend angesiedelt worden, weil durch ihr abfressen der Vegeation die schwache Grasnarbe geschont wird. Alpakas nagen das Gras zu tief, was die Wurzeln beschädigt so dass die Pflanzen nicht mehr nachwachsen.  Nach 30 Minuten erreichen wir einen Platz, wo schon einige Autos, Kleinbusse und 2 Cars parkiert sind. Weiter geht die Strasse nicht. Es ist halb zehn Uhr und wir befinden uns bei der Refugio Hermanos Carrel auf 4800 m ü.M.

Mein Schwiegersohn Juanca, der Taxifahrer Ruben und ich ziehen uns warm an und marschieren bei 3 Grad auf dem schönen Wanderweg Richtung Whymper Berghütte. Der Aufstieg geht sehr gut, die dünne Luft verlangt einen ruhigen und gleichmässigen Schritt aber in 30 Minuten sind wir oben beim Refugio Edward Whymper auf 5000 m ü .M.  Wir hoffen auf eine Lockerung der Wolkenschicht, aber es tut sich nichts dergleichen. Nach einer kurzen Pause steigen wir 100 Höhenmeter weiter zur Laguna Condor Cocha. auf dieser Höhe beginnt auch die Schneedecke. Es lockt uns noch etwas höher zu steigen und so wagen wir es nochmals ein Paar Höhenmeter aufwärts. Der Nebel wird dichter und es hat immer mehr Schnee. Der Atem wird auch immer heftiger, so dass wir, nachdem wir wiederum etwa 50 Meter gestiegen sind, den Abstieg antreten. Vor dem Erreichen der Whymperhütte betrachten wir noch die Gedenksteine vieler, beim Versuch den Gipfel zu besteigen verunfallten, Bergsteigern. Darunter sind auch solche von Schweizern. Das kleine Bergrestaurant ist mit Touristen gefüllt, so dass wir unsere Sandwiches draussen verzehren. Wir beobachten die Vikunjas und warten vergebens auf Sonnenschein und Bergsicht. Um halb zwei Uhr startet Ruben das Taxi um wieder nach Quito zurück zufahren.

1. Juni: Familienausflug in den Nebelwald von Mindo: El Pahuma und Mindo

Diese Orte liegen ca. 95 km nordwestlich von Quito. Das Waldschutzgebiet Mindo-Nambillo ist ein Wolken- und Nebelwaldgebiet auf Höhe der Äquatorlinie. Er ist etwa 19'200 ha gross und liegt auf 1'400 bis 4'780 m Höhe.

Unser Ausflug hierhin ist einmal Mehr mit Regenfällen begleitet. Bei El Pahuma fährt unser Taxifahrer auf einen Parkplatz mit einer Raststätte und empfiehlt uns einen einstündigen Trail am bewaldeten Hang neben der Strasse Quito-Mindo.  Wir steigen einen recht steilen Weg hinauf, überqueren mehrmals einen Bach sehen kleine Wasserfälle und bewundern eine vielseitige Flora und Vögel, besonders auch Kolibris.

 

Nach diesem Zwischenhalt fahren wir weiter und erreichen nach einer dreiviertel Stunde den Ort Mindo. Bei schönem Wetter könnte man viele Aktivitäten unternehmen: Exkursionen auf Naturpfaden, Schlauchboot fahren, Mit Seilbahn über Canyons gleiten, Seilrutschen, Besichtigung der Verarbeitung von Cacao-Bohnen zu Schokolade und vieles mehr. Wir entscheiden uns mal für den Besuch einer Schmetterlingsfarm und werden nach dem Mittagessen weiter sehen.  Wow, so viele grosse bunte Schmetterlinge. Überall flattern sie um uns herum. Wir müssen sogar auf den Boden achten, damit wir keine platt treten. Es stehen einige Schalen mit Bananenbrei da. Das Schmetterlingshaus veranschaulicht den Fortpflanzungsprozess, von den Eiern zu den Raupen über die Puppen zum prachtvollen Schmetterling.

Während dem Mittagessen beginnt es heftig zu Regnen, so dass wir beschliessen wieder zurück nach Quito zu fahren.

4. - 6. Juni: Ausflug in den Oriente/Dschungel, nach Misahualli

Ein Kollege von Patrizia, ein Schweizer, der jetzt in Conocoto wohnt und Familie hat, arbeitete früher auf einem Bauernhof in der Nähe von Tena, in Misahualli. Wir können mit ihm 3 Tage zu seinen früheren Bekannten und Arbeitskollegen fahren. Mit dem Bus reisen wir, Urs mit seinem 7-jährigen Sohn Ephraim, Claudia und ich  am Dienstag den 3. Juni nach Misahualli, wo wir um 14.30 Uhr ankommen. Nachdem wir in Quito etwa eine Stunde auf den Linienbus nach Tena warten, geht es dann problemlos über den Pass Papallacta via Baeza nach Tena. Die Fahrt dauert 4,5 Stunden. Um 12.30 Uhr sind wir im Busterminal. Nachdem wir unsere Blasen  geleert haben und es uns wieder wohler ist, lassen wir uns im Terminal-Restaurand reichlich verpflegen. Dann kaufen wir uns als erstes ein Paar Stiefel, die wir laut Urs auf der Finca (Bauernhof) sicher brauchen werden.  Anschliessend besteigen wir den Bus nach Misahualli. Nach etwa 40 Minuten Fahrt treffen wir auf dem hübschen Hauptplatz des kleinen Ortes am Rio Napo ein. Ein Hotelier steht schon bereit, als hätten wir uns angemeldet. Er führt uns in sein Hostal "Clarke's Misahualli", wo wir für $ 90.00 2 Zimmer für 2 Nächte buchen. Am späteren Nachmittag lassen wir uns mit einem Taxi auf den Bauernhof bringen, wo Urs früher gearbeitet hat. Wir besichtigen die Baumanlage mit Bananen, Orangen und Mango-Früchten und die Sträucher mit Cacao-Nüssen und solche mit Araza. Sieht alles etwas ungepflegt aus aber mangels Arbeiter kann es nicht besser sein. Alles ist Bio, leider sind viele Früchte mit Pilzen befallen und oder sonstwie krank. Nur ein kleiner Teil kann gesund geerntet, verkauft und verwertet werden. Am Abend wird uns ein feines, einheimisches Nachtessen und Orangen-Jus von den Früchten, die wir vorher im Baumgarten gesammelt haben, serviert.

Araza

Die tropische Frucht Araza, wurde von Indios im westlichen Amazonas domestiziert (Peru, Ecuador, Kolumbien, Brasilien) und wird dort sowie auch seit den 80ers Jahren in Zentralamerika in kleinbäuerlichem Massstab angebaut. Der Anbau geschieht mit anderen Frucht- oder Nutzbäumen. Diese Anbauform ist nachhaltig. Das saftige gelbe Fruchtfleisch ist sauer und deshalb besonders geeignet für erfrischende Getränke. Araza eignet sich dank der stabilisierenden Wirkung der fruchteigenen Pektine besonders zur Herstellung von exotischen Milchprodukten. Araza hat ein einzigartiges Aroma, welches zwischen Ananas und Mango liegt. Eignet sich auch sehr gut füt Marmelade.


Am zweiten Tag werden wir von der Bauernfamilie schon zum Frühstück eingeladen. Anschliessend führt uns der Bauer durch sein Land und seinen Wald. Das Ziel ist ein riesiger Baum, ein Kapok. Um diesen zu finden geht es durch Bach, Sumpf und Gestrüpp, vorbei an verschiedensten Gewächsen, Blumen, Ameisen-Kolonnen, Mücken und Vögel. Um uns zu stützen brauchen wir einen Stock, da es gefährlich ist, Holz anzufassen. Die überall vorhandenen Ameisen können giftigen Saft abgeben, der die Haut entzünden lässt. Der Bauer und Urs haben eine Machette um den Weg frei zu schneiden. Diese Exkursion ist deshalb so spannend, weil wir mitten im Urwald sind, wo sonst kein Tourist hinkommt und wo uns die Natur bei jedem Schritt in Erstaunen bringt. Wirklich sehr eindrücklich.

Am späteren Nachmittag geht es nach einem guten Mittagessen auf der Finca wieder zurück ins Dorf. Wir spazieren durch die Ortschaft, die  "Tor zum Amazonas" genannt wird. Wir beobachten die frechen Affen auf dem Dorfplatz und bereiten uns für die Rückreise von morgen vor. Wir wählen eine andere Strecke als bei der Herfahrt: nämlich über Puyo, Banos, Ambato nach Quito.

8. - 9. Juni Heimflug mit Joon (Air France)

 

Am Abend des 8. Juni verabschieden wir uns vom diesjährigen Besuch der Familie unserer Tochter in Quito. Der Rückflug von Quito nach Paris und dann nach Zürich ist ruhig und verläuft ohne Zwischenfälle. Meistens ist es Nacht und die Pasagiere schlafen.

So findet man uns

 

    Sonnhof 81

   5637 Geltwil

 

    056 664 36 19

    076 564 52 57